SEA Trends 2026: 10 Entwicklungen die Google Ads Accounts verändern
Google verändert seine Werbeplattform schneller als je zuvor. AI Overviews, ein neues Bidding-System im August, Performance Max mit mehr Kontrolle, der Aufstieg von Demand Gen — wir zeigen die 10 Entwicklungen die 2026 wirklich zählen. Mit konkreten Handlungsempfehlungen direkt aus unseren Accounts.
Inhaltsübersicht
- AI Overviews & Paid Search — die SERP verändert sich
- Performance Max 2026 — mehr Kontrolle, weniger Black Box
- Demand Gen — YouTube und Gmail als neuer Kanal
- Das Bidding & Budget Update im August 2026
- First-Party Data als entscheidender Wettbewerbsvorteil
- Consent Mode v2 & Datenschutz in der Praxis
- Smart Bidding auf Deckungsbeitrag statt ROAS
- Gemini in Google Ads — was AI wirklich verändert
- YouTube Ads & Video im Performance-Kontext
- Broad Match 2026 — wann es sich lohnt, wann nicht
Wir betreuen Accounts mit zusammen mehreren Millionen Euro Jahresbudget. Was in diesem Artikel steht, kommt nicht aus Google-Pressemitteilungen — sondern aus dem was wir täglich in unseren eigenen Kampagnen sehen. Einige Trends bestätigen sich, andere enttäuschen. Wir schreiben beides.
AI Overviews & Paid Search — die SERP verändert sich grundlegend
AI Overviews (Googles KI-Zusammenfassungen am Seitenanfang) sind seit Ende 2025 in Deutschland flächendeckend aktiv. Die Auswirkung ist asymmetrisch: Informationelle Suchen verlieren organischen Traffic, transaktionale Suchen — wo Google Ads läuft — sind deutlich weniger betroffen.
Was wir konkret sehen: Bei Keywords wie "was kostet Google Ads" oder "Performance Max erklärt" sinken die organischen Klickraten unserer eigenen Blog-Inhalte um 20 bis 35 Prozent. Bei Keywords wie "Google Ads Agentur Passau" oder "Shopping Ads einrichten lassen" gibt es keine nennenswerte Veränderung.
Praxis-Beobachtung
Für SEA-Accounts bedeutet AI Overviews: mehr Nutzer die vorher über organischen Content kamen, landen jetzt direkt bei kommerziellen Suchen. Das verschiebt Budgets von Content-Marketing zu Paid Search — mittelfristig gut für uns.
Handlungsempfehlung: Prüft in der Search Console welche Keywords CTR-Rückgänge zeigen. Erschließt diese Keywords mit Google Ads Kampagnen bevor der organische Traffic komplett wegbricht.
Performance Max 2026 — mehr Kontrolle, weniger Black Box
Google hat auf die anhaltende Kritik reagiert: Performance Max 2026 gibt Advertisern mehr Transparenz und Kontrolle zurück. Die wichtigsten Neuerungen:
- Markensuchbeschränkungen: Brand-Keywords können jetzt direkt in PMax ausgeschlossen werden — das war lange das größte Problem
- URL-Erweiterungssteuerung: PMax darf keine eigenen Ziel-URLs mehr wählen wenn man das deaktiviert
- Search Themes: Explizite Keyword-Signale die dem Algorithmus zeigen wo er suchen soll
- Asset-Gruppen-Insights: Mehr Daten darüber welche Assets tatsächlich performen
Die grundlegende Empfehlung bleibt: PMax funktioniert gut bei 30+ Conversions pro Monat, sauberem Feed und klaren ROAS-Zielen. Darunter ist strukturiertes Search oft besser.
Aus unseren Accounts
Seit den Markensuchbeschränkungen sehen wir sauberere Trennung zwischen Brand- und Non-Brand-Traffic. Der ROAS auf Non-Brand-PMax-Kampagnen ist dadurch realistischer geworden — vorher hat PMax "billigen" Brand-Traffic mitgezählt.
Demand Gen — YouTube und Gmail als neuer Performance-Kanal
Demand Gen hat Discovery-Kampagnen vollständig abgelöst und ist 2026 deutlich ausgereifter. Das Format läuft auf YouTube (In-Stream + Shorts), Gmail und Discover — und richtet sich an Nutzer die noch nicht aktiv suchen.
Der Unterschied zu klassischen Display-Kampagnen: Demand Gen nutzt Googles Zielgruppendaten deutlich tiefer, hat bessere Creative-Formate und kann auf Conversions optimieren statt nur auf Klicks.
| Format | Platzierung | Gut für | Mindestbudget |
|---|---|---|---|
| Demand Gen | YouTube, Gmail, Discover | Awareness, Retargeting | 1.500 €/Monat |
| Performance Max | Alle Google-Kanäle | Conversion, ROAS | 1.500 €/Monat |
| Search | Suchergebnisse | Bottom-of-Funnel | 500 €/Monat |
| Shopping | Shopping-Tab, Search | E-Commerce | 800 €/Monat |
Wann Demand Gen sinnvoll ist: Für Marken die ihren Funnel ausbauen wollen und starke visuelle Assets haben. Für lokale Dienstleister mit kleinem Budget weniger relevant — da funktioniert Search besser.
Das Bidding & Budget Update im August 2026
Stichtag: 17. August 2026
Google ändert das Bidding- und Budget-System. Accounts ohne sauberes Conversion Tracking werden überproportional schlechter performen.
Das Bidding & Budget Update ist der technisch bedeutsamste Einschnitt 2026. Die Kernänderungen:
- Budgetskalierung: Tageslimits können bis zu 100% überschritten werden (die bisherige 200%-Spitzenregel wird angepasst). Monatliche Ausgabenkontrollen werden wichtiger als tägliche
- Smart Bidding Signalgewichtung: Conversion-Qualität wird stärker gewichtet als Conversion-Volumen — Accounts die echte Werte (Deckungsbeitrag, Umsatz) übertragen werden bevorzugt
- Portfolio-Bidding-Strategien: Neue Optionen für das Verwalten von Geboten über mehrere Kampagnen hinweg
Was das konkret bedeutet: Wer heute mit Google-Standardconversions (z.B. "Verweildauer über 60 Sekunden") optimiert, wird nach dem Update schlechter gestellt sein als wer echte Kaufabschlüsse oder Anfragen trackt.
Wir haben einen ausführlichen Artikel zum August-Update geschrieben — mit konkreten Vorbereitungsschritten.
First-Party Data — der Wettbewerbsvorteil der sich nicht einkaufen lässt
Third-Party-Cookies sind in den meisten Browsern eingeschränkt, Consent-Raten in Deutschland liegen unter 50 Prozent. Wer jetzt noch nicht systematisch eigene Kundendaten aufbaut, verliert 2027 gegenüber Wettbewerbern die es getan haben.
Die drei wichtigsten First-Party-Data-Hebel für Google Ads:
- Enhanced Conversions: Verschlüsselte Kundendaten nach dem Kauf an Google Ads senden. Misst Conversions auch wenn Cookies geblockt werden. Kostenlos, 2 bis 4 Stunden Setup
- Customer Match: Kundenlisten in Google Ads hochladen für gezieltes Retargeting und Lookalike-Zielgruppen
- Server-Side Tracking: GTM auf eigenem Server statt im Browser — Ad-Blocker können keinen Server blocken
Was wir konkret sehen
Accounts mit Enhanced Conversions messen im Schnitt 18 bis 28 Prozent mehr Conversions als vorher. Das sind keine neuen Kunden — das sind Kunden die vorher nicht gemessen wurden. Der Algorithmus optimiert dann auf eine breitere Datenbasis.
Consent Mode v2 — Datenschutz korrekt umgesetzt
Consent Mode v2 ist seit März 2024 Pflicht für alle Google Ads Nutzer die Remarketing oder Conversion Modelling nutzen wollen. In der Praxis sehen wir noch viele Accounts die es nicht oder falsch implementiert haben.
Was Consent Mode v2 macht: Es sendet Consent-Signale an Google auch wenn ein Nutzer Cookies ablehnt. Google kann dadurch Conversions modellieren (statistisch schätzen) statt sie gar nicht zu zählen. Das verbessert die Datenbasis des Algorithmus.
- Korrekte CMP-Integration (Cookiebot, Usercentrics, etc.) ist Voraussetzung
ad_storageundanalytics_storagemüssen korrekt signalisiert werden- Ohne Consent Mode v2: Remarketing-Listen schrumpfen, Conversion Modelling fällt weg
Smart Bidding auf Deckungsbeitrag statt ROAS
ROAS ist die beliebteste Kennzahl in Google Ads — und eine der gefährlichsten wenn man sie falsch versteht. Ein ROAS von 5 bedeutet: für jeden Euro Werbung kommen 5 Euro Umsatz zurück. Nicht 5 Euro Gewinn.
Der Trend 2026: Mehr Shops und Dienstleister stellen auf Deckungsbeitrags-Steuerung um. Statt den Bruttoumsatz als Conversion-Wert zu übergeben, überträgt man den Deckungsbeitrag. Google optimiert dann auf echten Profit statt Umsatz.
Rechenbeispiel
Produkt: 100 € Verkaufspreis | 40 € Herstellungskosten | 8 € Versand | 12 € Retourenpuffer
→ Deckungsbeitrag: 40 €
Break-even ROAS auf Deckungsbeitrag: 100 € / 40 € = 2,5
Wer auf Umsatz-ROAS 4 optimiert, könnte trotzdem Verlust machen — wer auf DB-ROAS 2,5 optimiert, arbeitet profitabel.
Wir haben dazu einen ausführlichen Artikel zu ROAS vs. KUR vs. Deckungsbeitrag geschrieben.
Gemini in Google Ads — was KI wirklich verändert
Googles Gemini-Modell ist 2026 tief in die Google Ads Oberfläche integriert. Konkret sichtbar in:
- Asset-Generierung in Performance Max: Gemini erstellt Texte, Bilder und Produktbeschreibungen auf Basis der Website und Produkte
- Keyword-Vorschläge: KI-generierte Keyword-Ideen direkt im Kampagnenaufbau
- Anzeigenstärke-Optimierung: Gemini schlägt konkrete Verbesserungen für schwache Assets vor
- Conversational Campaign Builder: Kampagnen via natürlichsprachiger Beschreibung erstellen
Unsere ehrliche Einschätzung: KI-generierte Anzeigentexte sind ein guter Ausgangspunkt — sie klingen aber oft generisch. Wir nutzen sie als erste Draft-Grundlage und überarbeiten dann. Was wirklich hilfreich ist: die KI-gestützte Keyword-Analyse und die automatischen Optimierungsvorschläge für Asset Groups.
Wichtig
KI in Google Ads ist kein Autopilot. Sie hilft beim Setup und bei der Optimierung — aber die strategische Entscheidung (Welches Ziel? Welches Budget? Welche Zielgruppe?) bleibt beim Menschen. Accounts die komplett auf KI-Autopilot laufen, sehen wir regelmäßig in schlechtem Zustand.
YouTube Ads & Video — Performance statt nur Branding
YouTube entwickelt sich von einem Branding-Kanal zu einem echten Performance-Kanal. Drei Formate sind 2026 besonders relevant:
- YouTube Shorts Ads: Vertical-Format bis 60 Sekunden, enorm günstiger CPM als klassische In-Stream-Ads. Für Awareness sehr effizient
- Connected TV Ads: YouTube auf dem Smart-TV — wächst stark, noch relativ günstig, erreicht Zielgruppen die kein klassisches TV mehr schauen
- Demand Gen mit Video: Video-Assets in Demand Gen Kampagnen kombiniert mit Zielgruppen-Targeting und Conversion-Optimierung
Was für den Einsatz spricht: Video ist im Feed weniger wettbewerbsintensiv als Search. Die CPMs sind günstiger, Zielgruppen lassen sich präzise ansprechen. Was gegen einen frühen Einsatz spricht: man braucht gute Video-Creatives — ein schlecht produziertes 30-Sekunden-Video schadet mehr als es nützt.
Broad Match 2026 — wann es sich lohnt, wann nicht
Broad Match mit Smart Bidding ist eines der meistdiskutierten Themen in der SEA-Community. Google bewirbt die Kombination aktiv — mit Recht, aber mit wichtigen Einschränkungen.
Wann Broad Match funktioniert:
- Mindestens 50 Conversions pro Monat im Account
- Sauberes Conversion Tracking auf echte Business-Ziele
- Ausreichend negatives Keyword-Management (alle zwei Wochen Search-Terms prüfen)
- Klares ROAS- oder CPA-Ziel das als Guardrail wirkt
Wann Broad Match nicht funktioniert:
- Accounts unter 30 Conversions im Monat — zu wenig Signal
- Wenn Conversion-Tracking auf schwache Micro-Conversions optimiert
- B2B mit langen Verkaufszyklen und wenigen, hochqualitativen Leads
- Sehr spezifische Nischenmärkte wo breite Signale zu irrelevantem Traffic führen
Unsere Einschätzung
Wir testen Broad Match bei neuen Kunden immer parallel zu Exact/Phrase — nie als vollständiger Ersatz. In 60% der Fälle findet Broad Match tatsächlich relevante Zielgruppen die wir sonst verpasst hätten. In 40% ist es Budgetverschwendung die wir nach zwei Wochen stoppen.
Fazit: Was 2026 wirklich zählt
Die 10 Trends lassen sich auf drei Kernthemen reduzieren:
1. Datenbasis verbessern — Enhanced Conversions, Customer Match, Server-Side Tracking, Consent Mode v2. Wer besser misst, gewinnt die Auktionen die andere verlieren.
2. Kanalmix erweitern — Search allein ist nicht genug. Demand Gen und YouTube Ads erschließen Zielgruppen die noch nicht suchen. PMax verbindet alle Kanäle wenn die Voraussetzungen stimmen.
3. Auf den August vorbereiten — Das Bidding & Budget Update am 17. August 2026 ist kein gradueller Wandel. Accounts die jetzt saubere Conversion-Daten und echte Werte tracken, werden davon profitieren. Alle anderen spüren es negativ.
Was sich nicht verändert: Google Ads braucht Aufmerksamkeit, Erfahrung und menschliches Urteilsvermögen. Die Plattform wird komplexer, nicht einfacher. KI hilft — aber ersetzt kein Know-how.
Häufige Fragen zu SEA Trends 2026
Was ist der wichtigste SEA Trend 2026?
Das Zusammenspiel von AI Overviews und Paid Search ist strukturell am bedeutsamsten. Gleichzeitig ist das Bidding & Budget Update im August 2026 der technisch wichtigste Einschnitt — Accounts ohne sauberes Conversion Tracking werden überproportional schlechter performen.
Was ändert sich bei Performance Max 2026?
Mehr Kontrolle: Markensuchbeschränkungen, URL-Erweiterungssteuerung und bessere Asset-Transparenz. PMax bleibt mächtig, wird aber weniger Black Box.
Was ist Demand Gen und warum ist es wichtig?
Demand Gen ist der Discovery-Nachfolger und läuft auf YouTube, Gmail und Discover. Es richtet sich an Nutzer die noch nicht aktiv suchen — ideal für Awareness und Retargeting ab 1.500 Euro monatlichem Budget.
Lohnt sich Broad Match mit Smart Bidding 2026?
Mit 50+ Conversions pro Monat und sauberem Tracking: ja. Ohne diese Voraussetzungen ist es Budgetverschwendung. Search-Term-Kontrolle alle zwei Wochen bleibt Pflicht.
Wird Google Ads 2026 teurer?
CPCs steigen branchenübergreifend um 8 bis 15% jährlich. Wer bessere Qualitätsfaktoren, saubereres Tracking und höhere Landingpage-Relevanz hat, bietet trotzdem effizienter als die Konkurrenz.
Wie bereite ich meinen Account auf das August-Update vor?
Drei Schritte: Conversion Tracking auf echte Business-Ziele umstellen (nicht Micro-Conversions), Enhanced Conversions aktivieren, und Budgets auf monatlicher statt täglicher Ebene kontrollieren. Details im verlinkten Artikel zum Bidding Update.
Daily Rocket
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