Google Ads 2026: Was sich ändert und wie wir damit umgehen
Google verändert seine Werbeplattform schneller als je zuvor. KI übernimmt mehr Entscheidungen, neue Formate entstehen, die SERP sieht täglich anders aus. Wir fassen zusammen was 2026 wirklich wichtig ist — ohne Buzzword-Bingo.
Jedes Jahr gibt es Artikel über die Trends in Google Ads. Die meisten sind Wiederholungen von Marketing-Phrasen: "KI wird wichtiger", "Mobile first", "Video wächst". Das stimmt alles — aber es hilft nicht beim Tagesgeschäft.
Wir schreiben diesen Artikel anders. Nur über Dinge, die wir in echten Accounts sehen oder die bereits live sind und messbare Auswirkungen haben.
1. Demand Gen: YouTube und Discovery in einem Kampagnentyp
Demand Gen ist Googles Ersatz für Discovery-Kampagnen. Der Kampagnentyp kombiniert YouTube (In-Feed, Shorts), Gmail und Discover in einer einzigen Kampagne — mit dem Ziel, Nutzer zu erreichen bevor sie aktiv suchen.
Was das in der Praxis bedeutet: Demand Gen ist ein Upper-Funnel-Format. Es eignet sich für Markenbekanntheit und Retargeting, weniger für direkte Conversion-Optimierung. In unseren Accounts liefert Demand Gen gute Ergebnisse als Ergänzung zu Search — nicht als Ersatz.
Wichtig: Demand Gen braucht Creatives. Bilder, kurze Videos (bis 15 Sekunden), Anzeigentexte. Wer das Material nicht hat, kann Demand Gen nicht sinnvoll einsetzen.
2. Performance Max wird kontrollierbarer
PMax war bei seiner Einführung eine Black Box: Budget rein, Ergebnisse raus, kaum Einblick. Das ändert sich. Google hat 2024 und 2025 schrittweise mehr Transparenz eingebaut:
- Asset-Group-Performance wird jetzt detaillierter berichtet
- Placement-Reports zeigen woher Impressionen kommen
- Brand-Einschränkungen ermöglichen es Markenbegriffe aus PMax auszuschließen
- URL-Expansion kann auf bestimmte Seiten eingeschränkt werden
Das macht PMax für viele Accounts sinnvoller als noch 2023. Aber die Grundregel bleibt: PMax braucht genug Conversion-Daten um gut zu funktionieren. Unter 30 bis 50 Conversions pro Monat im Account wird PMax nicht ausreichend lernen.
Google Marketing Live 2026 — Keynote
3. Google Gemini integriert sich tiefer in Ads
Googles KI-Modell Gemini taucht 2026 an mehreren Stellen in der Google Ads Oberfläche auf: bei der Anzeigenerstellung schlägt Gemini Texte vor, bei der Keyword-Recherche liefert es Erweiterungsvorschläge, bei Performance-Analysen generiert es natürlichsprachliche Erklärungen.
Unser Eindruck bisher: die Textvorschläge sind brauchbar als Startpunkt, brauchen aber immer manuelle Überarbeitung. Spezifisches Markenwissen, Tonalität und Differenzierungsmerkmale bringt Gemini nicht mit — die muss ein Mensch einbringen. Wer Gemini-Texte ungeprüft übernimmt, bekommt generische Anzeigen.
4. Automatisches Bidding als Standard — mit Einschränkungen
Manuelles CPC-Bidding ist offiziell nicht deprecated, wird aber von Google aktiv entmutigt. Smart Bidding (Target CPA, Target ROAS, Maximize Conversions) ist für die meisten Kampagnentypen der empfohlene Standard.
Das Problem bleibt das gleiche wie immer: Smart Bidding ist nur so gut wie das Tracking darunter. Wer Conversions falsch misst oder unvollständig trackt, lässt den Algorithmus auf schlechte Signale optimieren. Garbage in, garbage out.
Was 2026 hinzukommt: Portfoliostrategien über mehrere Kampagnen hinweg werden empfohlen, damit der Algorithmus mehr Daten zum Lernen hat. Das kann bei mittleren Accounts (3 bis 10 Kampagnen) gut funktionieren, erfordert aber sorgfältige Einrichtung.
5. Shopping-Anzeigen und Merchant Center Next
Google hat das Merchant Center auf Merchant Center Next umgestellt — eine überarbeitete Oberfläche mit vereinfachter Einrichtung, aber auch reduzierten manuellen Eingriffsmöglichkeiten. Feed-Optimierung bleibt der wichtigste Hebel für Shopping-Performance.
Was sich ändert: AI-gestützte Feed-Verbesserungen können Produkttitel und -beschreibungen automatisch ergänzen. Klingt praktisch, kann aber dazu führen dass Produktbeschreibungen von der eigentlichen Markenbotschaft abweichen. Wer das aktiviert, sollte regelmäßig prüfen was Google daraus macht.
6. Was sich 2026 nicht verändert
Bei aller Veränderung: die Grundprinzipien bleiben stabil. Sauberes Tracking ist die Grundlage für alles. Relevante Keywords mit passenden Anzeigen und Landingpages performen besser als generische Kampagnen. Budget folgt Ergebnissen — wer einen klar messbaren ROAS oder CPL hat, kann skalieren.
Neue Features sind nie automatisch besser. Die meisten Google-Empfehlungen in der Oberfläche ("Empfehlung anwenden") sind für Googles Umsatz optimiert, nicht für euren.
Unsere Einschätzung für eure Strategie
Was wir 2026 aktiv in Accounts einsetzen: Demand Gen für Upper-Funnel bei Accounts mit ausreichendem Budget (ab 2.000 Euro/Monat für das Format), PMax mit enger Brand-Einschränkung und klaren Asset-Groups, Enhanced Conversions als Pflicht, Customer Match wo die Liste groß genug ist.
Was wir meiden: unkritische Annahme von Google-Empfehlungen, PMax ohne ausreichende Conversion-Daten, automatische Feed-Texte ohne Qualitätsprüfung, Abkehr von Search-Kampagnen zugunsten ausschließlicher PMax-Abdeckung.
Kurzfassung: mehr KI-Unterstützung ist gut, aber nur wenn die eigene strategische Kontrolle bleibt. Das ist die Spannung die 2026 prägt.
Häufige Fragen zu Google Ads Trends 2026
Was sind die größten Google Ads Änderungen 2026?
Demand Gen ersetzt Discovery, Performance Max bekommt mehr Kontrolle (Markensuchbeschränkungen), AI Overviews verändern die SERP, und First-Party Data wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Was sind Demand Gen Kampagnen?
Googles neues Format für YouTube, Gmail, Discover und Display — ersetzt Discovery-Kampagnen. Für Reichweite und Awareness in der oberen Funnel-Ebene. Für E-Commerce mit starken Creatives besonders interessant.
Wird Google Ads 2026 teurer?
CPCs steigen in den meisten Branchen weiter an. Wer sauberere Conversion-Daten und bessere Landingpages hat, bietet dennoch effizienter als die Konkurrenz — mehr Budget allein hilft nicht.
Wird Gemini die Google Ads Werbung verändern?
Ja — Gemini ist bereits für Asset-Generierung in PMax, Keyword-Vorschläge und automatische Anzeigentexte integriert. Wir nutzen es als Ausgangsbasis und überarbeiten alles manuell — KI-Texte klingen sonst generisch.
Ist Broad Match mit Smart Bidding 2026 empfehlenswert?
Mit gutem Conversion-Tracking und ausreichend Daten kann es neue Zielgruppen erschließen. Ohne saubere Daten ist es Budgetverschwendung. Regelmäßige Search-Term-Kontrolle bleibt Pflicht.
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