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Tracking28. April 2025Jan · 10 min Lesezeit

E-Commerce Tracking mit GA4 und GTM: Der Guide den wir unseren Kunden schicken

Sauberes E-Commerce Tracking ist selten. Wir onboarden mehrere Shops pro Quartal — und in fast jedem gibt es Tracking-Probleme. Doppeltes Zählen, fehlende Revenue-Parameter, falsche Currency. Dieser Guide erklärt, wie es richtig geht.

Warum ist das so wichtig? Weil Google Ads auf Conversion-Daten optimiert. Wenn Ihre Purchase-Events falsch gefeuert werden, optimiert der Algorithmus auf falsche Signale. Das kostet direkt Geld.

Ich schreibe diesen Guide für Shop-Betreiber und Entwickler, die selbst hand anlegen wollen — oder zumindest verstehen wollen, was wir als Agentur einrichten.

Die wichtigsten E-Commerce Events in GA4

GA4 hat ein definiertes Schema für E-Commerce Events. Diese vier sind die wichtigsten:

  • view_item — Produktdetailseite wird aufgerufen
  • add_to_cart — Produkt wird in den Warenkorb gelegt
  • begin_checkout — Checkout wird gestartet
  • purchase — Bestellung wird abgeschlossen

Das purchase-Event ist das wichtigste. Es muss die Parameter transaction_id, value, currency und items enthalten.

DataLayer richtig befüllen lassen

GTM liest Events aus dem dataLayer-Objekt auf der Website. Der Entwickler muss das befüllen. Hier ist ein Beispiel für das purchase-Event wie es im dataLayer aussehen sollte:

// Purchase Event im dataLayer
window.dataLayer = window.dataLayer || [];
window.dataLayer.push({
  event: 'purchase',
  ecommerce: {
    transaction_id: 'ORDER-12345',
    value: 149.90,
    tax: 23.95,
    shipping: 4.99,
    currency: 'EUR',
    coupon: '',
    items: [{
      item_id: 'SKU-001',
      item_name: 'Bürostuhl Pro',
      item_category: 'Büromöbel',
      price: 149.90,
      quantity: 1
    }]
  }
});

Wichtig: Der value sollte der tatsächliche Umsatz sein, ohne MwSt., ohne Versand — oder konsistent mit MwSt. und Versand, je nach Entscheidung. Hauptsache: einheitlich.

GTM konfigurieren

In GTM braucht man für jedes Event einen Trigger und einen Tag. Für das purchase-Event sieht das so aus:

  • Trigger: Custom Event, Event Name "purchase"
  • Tag: GA4 Event Tag, Event Name "purchase", Enhanced Ecommerce aktivieren
  • Variablen: Für jeden Parameter eine dataLayer-Variable anlegen

Enhanced E-Commerce in GA4 muss in den Property-Einstellungen aktiviert sein. Danach erscheinen in GA4 unter Reports automatisch E-Commerce-Berichte.

Google Ads verknüpfen

Zwei Möglichkeiten:

Option 1 — Conversion Import aus GA4: In Google Ads unter Conversions eine GA4-Conversion importieren. Der Vorteil: ein Conversion-Tracking-System für alles. Der Nachteil: GA4-Conversions haben eine Verzögerung von bis zu 48 Stunden.

Option 2 — Direkter Google Ads Tag: Über GTM einen Google Ads Conversion Tag hinzufügen, der direkt bei purchase feuert. Vorteil: schneller. Nachteil: zwei Systeme, die möglicherweise unterschiedliche Zahlen zeigen.

Wir empfehlen für die meisten Shops Option 1 mit GA4 als Quelle, ergänzt durch direkte Tags für kritische Conversions.

Die häufigsten Fehler

Doppel-Tracking: Das purchase-Event feuert zweimal. Passiert oft wenn es sowohl im Onpage-Code als auch über GTM ausgelöst wird. Prüfen mit dem GA4 Debugger.

Fehlende revenue Parameter: value ist 0 oder undefined. GA4 zeigt dann Transaktionen ohne Umsatz. Der häufigste Grund: Die dynamische Variable aus dem dataLayer ist falsch konfiguriert.

Falsche currency: Klingt trivial. Wenn der Wert in EUR ist, aber currency auf USD steht, sind alle Umsatzzahlen falsch skaliert.

Checkout wird nicht getrackt: add_to_cart und begin_checkout sind optional, aber wichtig für Funnel-Analyse. Viele Shops tracken nur purchases und wissen dann nicht, wo Nutzer abspringen.

Wann Server-Side sinnvoll wird

Für das purchase-Event empfehle ich ab einem gewissen Volumen Server-Side Tracking. Warum: Ein nicht geblocktes Conversion-Event ist für Google Ads wichtig. Gerade das purchase-Event — das wertvollste Signal — sollte möglichst vollständig ankommen.

Unser separater Artikel zu Stape und Server-Side Tracking erklärt das im Detail.

Häufige Fragen: E-Commerce Tracking GA4 & GTM

Welche GA4 Events sind für E-Commerce am wichtigsten?

Das purchase-Event ist das wichtigste (mit transaction_id, value, currency, items). Daneben add_to_cart und begin_checkout für Funnel-Analyse. view_item zeigt welche Produkte Interesse wecken ohne zu konvertieren.

Was ist der dataLayer?

Ein JavaScript-Array auf der Website das Daten für GTM bereitstellt. Der Entwickler befüllt es mit Events wie purchase inkl. Bestelldaten — GTM liest sie aus und sendet sie an GA4 oder Google Ads.

Warum werden Conversions doppelt gezählt?

Meist weil das purchase-Event sowohl im Shop-System als auch in GTM gefeuert wird, oder zwei separate Conversion-Tags ohne Deduplizierung via transaction_id existieren.

Muss der Entwickler den dataLayer befüllen?

Ja. GTM kann nur Daten lesen die auf der Website vorhanden sind. Viele Shop-Systeme (Shopify, Shopware) haben aber fertige Apps oder Plugins dafür.

Wann lohnt sich Server-Side Tracking zusätzlich?

Ab 2.000+ Sessions und nennenswerten Werbeausgaben. Für das purchase-Event ist Server-Side Tracking besonders wertvoll — Ad-Blocker können keinen Server blocken.

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